Lesene Dame mit Hut

Die „Lesende Dame mit Hut“ habe ich in der Fondation Beyeler aufgenommen – und die Szene erinnerte mich sofort an die klassische Malerei. Künstler wie Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir oder auch Henri de Toulouse-Lautrec haben immer wieder Frauen mit Hut porträtiert und dabei diese besondere Mischung aus Eleganz, Innerlichkeit und zeitloser Präsenz eingefangen. Genau dieses Gefühl stellte sich ein, als ich die lesende Frau entdeckte: ein moderner Moment, der wie ein zufälliges Gemälde wirkte, getragen von Ruhe, Licht und jener stillen Würde, die man aus der Kunstgeschichte kennt.

Red Mystery Ball

„Red Mystery Ball“ ist für mich ein kleines Rätsel in Farbe. Ich habe dieses Bild bewusst so inszeniert, dass sein Ursprung verborgen bleibt – und es bereitet mir großes Vergnügen, dass bisher niemand erkannt hat, was tatsächlich dahinter steckt. Die reine Form, das Leuchten des Rot und das Geheimnisvolle des Motivs machen für mich den besonderen Reiz dieses Fotos aus.

Monochrome Relief

Ich bin von der feinen, fast skulpturalen Struktur dieses Bildes tief fasziniert. Die Linien und Lichtflächen entfalten für mich eine stille, moderne Kraft, die immer wieder neue Details preisgibt. Gerade deshalb hängt dieses Werk auch bei mir zu Hause – als tägliche Erinnerung daran, wie viel Schönheit in einer einzigen Oberfläche verborgen sein kann.

Montalivet Mansion

Der Straßenzug am Atlantik in Montalivet zeigt sich in absolut klaren, geraden Linien – eine fast grafische Ordnung, die durch die vom Sonnenlicht ausgeblichenen Farben noch verstärkt wird. In diesem Bild geht es weniger um den Ort selbst als um die Abstraktion, die aus ihm entsteht: Linien, Flächen und Töne, die sich zu einer stillen, reduzierten Komposition verbinden. Die Architektur, das Licht und die verblasste Palette formen eine Art minimalistisches Farb- und Formgedicht, das zwischen Realität und Abstraktion schwebt.

Offenburg Open 2025 – Kunst in der ganzen Stadt erleben

Dieses Jahr durfte ich bei den Offenburg Open 2025 mitmachen – und es war einfach großartig! Die ganze Stadt wurde zu einer Galerie, und ich konnte meine Arbeiten gemeinsam mit vielen tollen Künstlerinnen und Künstlern in Schaufenstern und öffentlichen Räumen zeigen. Es ist etwas ganz Besonderes, Kunst direkt zu den Menschen zu bringen und zu sehen, wie sie im Alltag wahrgenommen wird.

Was mir besonders gefallen hat, war der internationale Austausch: Künstlerinnen und Künstler aus Frankreich, Deutschland und Russland waren dabei. Es hat richtig Spaß gemacht, sich auszutauschen, Ideen zu teilen und die unterschiedlichen Perspektiven zu erleben – genau das macht solche Veranstaltungen für mich so spannend.

Ein riesiges Dankeschön geht an Ute Dahmen, die dieses Projekt mit so viel Herzblut und Organisationstalent möglich gemacht hat. Danke auch an die Stadt Offenburg für die tolle Unterstützung und dafür, dass Kunst hier so sichtbar wird.

Ich freue mich schon auf die nächsten Offenburg Open – die Begegnungen, Gespräche und Inspirationen sind einfach unbezahlbar!

New York

Als Fotograf in New York sehe ich die Stadt immer durch zwei Ebenen: das, was vor mir liegt, und das, was war. Als ich kürzlich meine alten New-York-Fotos wieder hervorholte, wurde mir bewusst, wie eindrücklich sie von den Spannungen dieser Stadt erzählen – und wie aktuell sie plötzlich wieder wirken.

Auf einem meiner Bilder steht eine verfallene Brücke in New Jersey, ein stummer Zeuge einer Zeit, in der ganze Viertel vom Strukturwandel zurückgelassen wurden. Im selben Blickfeld, nur ein Stück weiter über den Hudson hinweg, erhebt sich der Financial District – makellos, aufstrebend, glänzend. Und dazwischen das neue One World Trade Center, als würde es die Stadt daran erinnern, wie oft sie sich schon neu erfinden musste.

Beim Durchsehen dieser Aufnahmen kam mir auch die Geschichte derer in den Sinn, die früher über Ellis Island ankamen – Menschen, die damals mit einer fast greifbaren Hoffnung auf Freiheit, Selbstbestimmung und ein besseres Leben nach Amerika kamen. Die Freiheitsstatue, ein Geschenk der Franzosen, war ihr erstes Signal: Hier sollen Freiheitsrechte gelten, hier soll der Mensch vor Macht geschützt sein.

Doch vielleicht wirken diese Bilder gerade jetzt so stark, weil sich vieles verändert hat. Die Diskussionen darüber, welche Rechte eingeschränkt werden und welches Maß an Freiheit eine Gesellschaft sich zutraut, sind überall spürbar – in den Straßen, in den Medien, in den Gesprächen. Und so bekommen meine alten Fotos plötzlich eine neue Bedeutung: Sie zeigen nicht nur soziale Gegensätze, sondern erinnern daran, wie wertvoll jene Idee von Freiheit ist, die diese Stadt einst so stark geprägt hat.

Mit meiner Kamera halte ich fest, was bleibt, was bröckelt und was sich neu formt. Und vielleicht erzählen meine Bilder heute mehr denn je davon, dass Freiheit nie selbstverständlich ist – und dass New York zwar ein Symbol dafür wurde, aber auch ein Ort geblieben ist, an dem man genau hinschauen muss.

Japan

Auf meiner Fotoreise durch Japan erlebte ich zwei Gesichter des Landes: das traditionsreiche Kyoto und das urbane Osaka. In Kyoto führte mich mein Weg durch das Viertel Gion – ein Ort, an dem jahrhundertealte Kultur bis heute spürbar bleibt. Zwischen Laternenlicht und engen Gassen lässt sich erahnen, wie hier die ältesten aktiven Geishas ihren Alltag gestalten. Auch ohne einer von ihnen zu begegnen, wirkt das Viertel wie ein lebendiges Stück Geschichte.

Osaka zeigte mir die moderne, rauere Seite Japans. Nachts durchstreifte ich schmale Gassen, in denen Neonlicht nur punktuell die Dunkelheit durchbrach. Leise Schritte, das Klacken eines Fahrrads, der entfernte Ton eines Automaten – jedes Detail wurde Teil einer intensiven Großstadtszene.

Kyoto und Osaka stehen für zwei Pole: Tradition und Tempo, Stille und Energie. Genau dieser Kontrast hat meine fotografische Arbeit geprägt und Japan für mich unverwechselbar gemacht.

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