Japan
Auf meiner Fotoreise durch Japan erlebte ich zwei Gesichter des Landes: das traditionsreiche Kyoto und das urbane Osaka. In Kyoto führte mich mein Weg durch das Viertel Gion – ein Ort, an dem jahrhundertealte Kultur bis heute spürbar bleibt. Zwischen Laternenlicht und engen Gassen lässt sich erahnen, wie hier die ältesten aktiven Geishas ihren Alltag gestalten. Auch ohne einer von ihnen zu begegnen, wirkt das Viertel wie ein lebendiges Stück Geschichte.
Osaka zeigte mir die moderne, rauere Seite Japans. Nachts durchstreifte ich schmale Gassen, in denen Neonlicht nur punktuell die Dunkelheit durchbrach. Leise Schritte, das Klacken eines Fahrrads, der entfernte Ton eines Automaten – jedes Detail wurde Teil einer intensiven Großstadtszene.
Kyoto und Osaka stehen für zwei Pole: Tradition und Tempo, Stille und Energie. Genau dieser Kontrast hat meine fotografische Arbeit geprägt und Japan für mich unverwechselbar gemacht.
MURAL OG Party
MURAL OG
Als Fotograf wurde ich von der Stadt Offenburg beauftragt, die Transformation des ehemaligen Dinser-Reifen-Geländes in eine lebendige Open-Air-Galerie festzuhalten. An der Wende vom städtischen Parkplatz zum urbanen Kunstort entstand im Rahmen von mural_og No. 1 – „Imagine Future“ ein Festival der Straßenkunst. (Städtische Galerie Offenburg)
Das Projekt war kuratiert von Markus Schwendemann (alias Yeah) und brachte acht Künstler*innen zusammen – überregional und international. (Stadtanzeiger Ortenau)
Beteiligte:
| Künstler*in | Herkunft / Besonderheit |
|---|---|
| Roids | Großbritannien |
| Ernst | Frankreich |
| Smash123 | Schweiz |
| Talanova | Ukraine |
| Eazy | München, Deutschland |
| Horst | Stuttgart, Deutschland |
| Emesa | Karlsruhe, Deutschland |
| Letters are my friends | Berlin, Deutschland; das Künstler*innen-Duo war auch für das Video-Mapping verantwortlich. |
Während des Festivals wurden nicht nur die Wände bemalt, sondern das Gelände verwandelte sich in ein Event-Gelände: am 30. April und 1. Mai 2022 war ein Abschlussevent mit Musik, Projektpräsentationen und einem Mitmach-Kunstprogramm. (Stadtanzeiger Ortenau)
Musikalisch begleitet wurde das Wochenende von einem Team aus neun deutschen und französischen DJs und DJanes, organisiert von dem Straßburger Verein „Genau“ und dem Offenburger Verein „Culture Node e. V.“. (Stadtanzeiger Ortenau)
In meiner fotografischen Dokumentation war besonders faszinierend, wie die Street-Art-Wände im warmen Abendlicht und bei der Mapping-Performance lebendig wurden. Das Zusammenspiel aus Spraydose, Video-Projektion und Musik brachte nicht nur Farbe an die Mauern, sondern belebte den Raum – ein Hybrid aus urbaner Galerie, Festival und sozialem Treffpunkt.
Shooting mit Doro
MONOG
NEOG
Schlachthof Anne & Anja Mono
Krakau Mono
Analoge Fotos im Mittelformat / Ilford Film – Rolleiflex
Fotoreportage – Krakau, Jüdisches Viertel
Als Fotograf war ich in Kazimierz unterwegs, dem jüdischen Viertel Krakaus – ein Ort, in dem sich das Leben von heute mit den Spuren einer tiefen, oft tragischen Vergangenheit überlagert. Zwischen Synagogen, schmalen Gassen und kleinen Cafés liegt eine Atmosphäre, die sich nur langsam erschließt, wie ein Echo, das aus einer anderen Zeit zurückkehrt.
Kazimierz war über Jahrhunderte das Zentrum jüdischen Lebens, bevor die nationalsozialistische Besatzung diese Welt gewaltsam zerstörte und die Bewohner in das Ghetto von Podgórze zwang. Heute erzählen verblasste Schriftzüge, verwitterte Mauern und restaurierte Gebetsräume von dem, was einmal war – und von dem, was geblieben ist.
Während meiner Tour besuchte ich auch den alten jüdischen Friedhof, einen der eindrucksvollsten Orte des Viertels. Zwischen den schiefen Grabsteinen, dem dichten Grün und der Stille, die dort fast körperlich wirkt, stößt man auf eine Geschichte, die viele in Krakau kennen:
Die Legende von einem SS-Soldaten, der während der Besatzungszeit auf dem Friedhof vom Blitz getroffen worden sein soll.
Man erzählt sich, dass dieser unwahrscheinliche Tod von manchen als Zeichen gedeutet wurde – als eine Art „Antwort des Himmels“ auf die Gewalt jener Jahre. Ob wahr oder nicht: Diese Erzählung hat den Ort für viele zu einem Symbol gemacht, und einige Besucher betrachten den Friedhof bis heute als einen Platz, an dem Gerechtigkeit, wenn auch nur in einer Geschichte, ihren Weg gefunden hat.
Für mich als Fotograf lag in dieser Mischung aus Legende, Erinnerung und Realität eine besondere Faszination. Jede Ecke von Kazimierz trägt Spuren des Vergangenen – und gleichzeitig lebt das Viertel: junge Menschen auf den Straßen, Musik aus offenen Fenstern, Kunst in den Hinterhöfen.
Meine Bilder versuchen, diesen Kontrast einzufangen: die Stille der Geschichte und das pulsierende Heute, die zusammen Kazimierz zu einem der intensivsten Orte machen, die ich fotografiert habe.
