AUTOPSIE D’UN SOUFFLE

Young June Kim & Nathalie Savey Ausstellung In Extremis

Die Ausstellung „Autopsie d’un souffle“ von Nathalie Savey und Young June Kim in der Galerie In Extremis, Strasbourg, hat mich tief beeindruckt. Kim verarbeitet den Tod seines Vaters und zeigt seine Skulpturen in erdigen Brauntönen und cyanblauen Himmelsspuren, aufgenommen mit einer Großbildkamera. In stillen, analogen Momenten spürt man Vergänglichkeit und Hoffnung.

Nathalie Savey ist in der Natur ganz in ihrem Element – ihre Fotografien entstehen ohne digitale Bearbeitung, genau im perfekten Augenblick. Ihre Bilder verbinden den menschlichen Körper mit Wasser und Landschaft und spiegeln eine tiefe Harmonie wider.

Das persönliche Gespräch mit beiden Künstler*innen war für mich besonders wertvoll. Wer diese berührenden Arbeiten noch sehen möchte, sollte das letzte Ausstellungswochenende nicht verpassen:

Galerie In Extremis  

27 rue Sainte-Madeleine, Strasbourg  

Samstag, 29. und Sonntag, 30. November, ab 14 Uhr, Führung um 15 Uhr, Eintritt frei.

Monochrome Relief

Ich bin von der feinen, fast skulpturalen Struktur dieses Bildes tief fasziniert. Die Linien und Lichtflächen entfalten für mich eine stille, moderne Kraft, die immer wieder neue Details preisgibt. Gerade deshalb hängt dieses Werk auch bei mir zu Hause – als tägliche Erinnerung daran, wie viel Schönheit in einer einzigen Oberfläche verborgen sein kann.

Rockin Till Death – 30th Anniversary 2025

Heute war ich als Fotograf beim „Rockin Till Death – 30th Anniversary 2025“ in Offenburg – ein unvergesslicher Tag! Ein großes Dankeschön an Claudio & Gianni Esposito, die das Event mit viel Herzblut organisiert haben. Schon am Mittag startete das Programm mit einem Graffiti-Event, bei dem mehrere Artists eine riesige Wand mit bunten Styles und starken Statements gestalteten – echte gelebte Kultur.

Am Abend ging es drinnen richtig zur Sache: Die Location war voll, die Stimmung elektrisierend mit Live-Performances, energiegeladenen DJs und einer Crowd, die jede Zeile gefeiert hat. Zahlreiche Crews aus ganz Europa waren angereist, darunter auch der aktuelle Weltmeister aus Ungarn sowie die legendäre Crew „Fresh in Attack“ aus dem Osten. Besonders beeindruckend war die Breakdance-Action mit dem Schweizer Urgestein Crazy, der mit seinen 60 Jahren die Szene maßgeblich geprägt hat.

Zu Beginn sprach der deutsche Hip-Hopper Torch, Pionier des politischen Rap, gemeinsam mit Claudio, Crazy und weiteren Gästen über die Geschichte und die anfänglichen Herausforderungen des Hip-Hop im Vergleich zur heutigen Zeit. DJ Nobody sorgte zusammen mit der Rockin Till Death Crew für die Plattenteller-Sounds und hielt die Stimmung auf dem Höhepunkt. Parallel wurde im Kesselhaus die Ausstellung „Call Your Lawyer“ präsentiert, die die regionale Graffiti-Szene dokumentiert und internationale Werke zeigt.

Im Mittelpunkt stand eine dokumentarische Schau der regionalen Graffiti-Szene mit Skizzen, Archivarbeiten und Stücken, die die Entwicklung von Oldschool bis Newschool zeigen. Ergänzt wurde das Ganze durch Werke internationaler Größen wie **Barry McGee, Swoon, KAWS, Os Gemeos, Won, Smash 137, Seen, Revok, Can

Ein intensiver Tag voller Kultur, Energie und echter Hip-Hop-Spirit – ein perfektes Fest der Offenburger Szene, das ich gern fotografisch festgehalten habe.​

Konzertbericht: Christophe Lacroix / Jesus Lives in Vegas im Spitalkeller Offenburg

Dunkel, intensiv, hypnotisch – Christophe Lacroix, das kreative Herz hinter Jesus Lives in Vegas, hat gestern den Spitalkeller in Offenburg in Schwingung versetzt. 🖤

Gestern Abend tauchte er den Keller in ein Meer aus kalten Synths, dröhnenden Bässen und melancholischem Licht.

Als Fotograf direkt vor der Bühne spürte ich, wie Electro-, Cold- und Darkwave nahtlos in Post-Punk übergingen – roh, ehrlich, fesselnd.

Nach dem Auftritt hatte ich die Gelegenheit, backstage mit Christophe Lacroix zu sprechen. Er erzählte mir, wie intensiv er die Verbindung zum Publikum gespürt habe – „ein Abend, der unter die Haut ging,” sagte er mit einem Lächeln. Besonders bewegt sprach er über das neue Lied „Face”, das er an diesem Abend zum ersten Mal live präsentierte. Für ihn sei dieser Song ein sehr persönlicher Moment gewesen, den er mit dem Publikum teilen wollte.

Christophe teilte mir außerdem mit, dass er sehr viel von sich selbst in seine Performance einfließen lässt – und das war an diesem Abend deutlich zu spüren. Seine Schau war authentisch, leidenschaftlich und voller Hingabe – man merkte, dass jede Bewegung, jeder Ton aus einem echten inneren Impuls kam.

Im Gespräch erinnerte er sich auch an seine früheren Auftritte beim NCN Festival in Leipzig, die ihm immer in lebhafter Erinnerung bleiben – und verriet mir, dass er im Dezember in Barcelona auftreten wird.

Mit Songs vom aktuellen Album „Joy or Sorrow” zeigte Christophe Lacroix, dass Jesus Lives in Vegas längst mehr ist als ein Geheimtipp:

Er verbindet elektronische Präzision mit der Emotionalität des 80er-Wave – und schafft daraus einen ganz eigenen, düsteren Sog.

Das Publikum tanzte, lauschte, vibrierte – ein Konzert, das nicht nur gehört, sondern gefühlt wurde.

Wer die Chance hat, Christophe Lacroix / Jesus Lives in Vegas live zu erleben: Hingehen! 🖤

Fotografie & Text © Christian Möhle

Offenburg Open 2025 – Kunst in der ganzen Stadt erleben

Dieses Jahr durfte ich bei den Offenburg Open 2025 mitmachen – und es war einfach großartig! Die ganze Stadt wurde zu einer Galerie, und ich konnte meine Arbeiten gemeinsam mit vielen tollen Künstlerinnen und Künstlern in Schaufenstern und öffentlichen Räumen zeigen. Es ist etwas ganz Besonderes, Kunst direkt zu den Menschen zu bringen und zu sehen, wie sie im Alltag wahrgenommen wird.

Was mir besonders gefallen hat, war der internationale Austausch: Künstlerinnen und Künstler aus Frankreich, Deutschland und Russland waren dabei. Es hat richtig Spaß gemacht, sich auszutauschen, Ideen zu teilen und die unterschiedlichen Perspektiven zu erleben – genau das macht solche Veranstaltungen für mich so spannend.

Ein riesiges Dankeschön geht an Ute Dahmen, die dieses Projekt mit so viel Herzblut und Organisationstalent möglich gemacht hat. Danke auch an die Stadt Offenburg für die tolle Unterstützung und dafür, dass Kunst hier so sichtbar wird.

Ich freue mich schon auf die nächsten Offenburg Open – die Begegnungen, Gespräche und Inspirationen sind einfach unbezahlbar!

New York

Als Fotograf in New York sehe ich die Stadt immer durch zwei Ebenen: das, was vor mir liegt, und das, was war. Als ich kürzlich meine alten New-York-Fotos wieder hervorholte, wurde mir bewusst, wie eindrücklich sie von den Spannungen dieser Stadt erzählen – und wie aktuell sie plötzlich wieder wirken.

Auf einem meiner Bilder steht eine verfallene Brücke in New Jersey, ein stummer Zeuge einer Zeit, in der ganze Viertel vom Strukturwandel zurückgelassen wurden. Im selben Blickfeld, nur ein Stück weiter über den Hudson hinweg, erhebt sich der Financial District – makellos, aufstrebend, glänzend. Und dazwischen das neue One World Trade Center, als würde es die Stadt daran erinnern, wie oft sie sich schon neu erfinden musste.

Beim Durchsehen dieser Aufnahmen kam mir auch die Geschichte derer in den Sinn, die früher über Ellis Island ankamen – Menschen, die damals mit einer fast greifbaren Hoffnung auf Freiheit, Selbstbestimmung und ein besseres Leben nach Amerika kamen. Die Freiheitsstatue, ein Geschenk der Franzosen, war ihr erstes Signal: Hier sollen Freiheitsrechte gelten, hier soll der Mensch vor Macht geschützt sein.

Doch vielleicht wirken diese Bilder gerade jetzt so stark, weil sich vieles verändert hat. Die Diskussionen darüber, welche Rechte eingeschränkt werden und welches Maß an Freiheit eine Gesellschaft sich zutraut, sind überall spürbar – in den Straßen, in den Medien, in den Gesprächen. Und so bekommen meine alten Fotos plötzlich eine neue Bedeutung: Sie zeigen nicht nur soziale Gegensätze, sondern erinnern daran, wie wertvoll jene Idee von Freiheit ist, die diese Stadt einst so stark geprägt hat.

Mit meiner Kamera halte ich fest, was bleibt, was bröckelt und was sich neu formt. Und vielleicht erzählen meine Bilder heute mehr denn je davon, dass Freiheit nie selbstverständlich ist – und dass New York zwar ein Symbol dafür wurde, aber auch ein Ort geblieben ist, an dem man genau hinschauen muss.

Rheinauen Mono

Auf meinem Weg durch die Rheinauen suchte ich nach Momenten, die sich nur in Schwarz-Weiß vollständig entfalten. Das sanfte Rauschen der Bäume, das tiefe Atmen des Wassers und das wechselnde Licht über den flachen Uferlandschaften erzeugten eine Stimmung, die nach Reduktion verlangte.

Ohne Farbe blieb nur die Essenz: Linien, Formen, Kontraste. Die Schatten der Weiden, die sich im Wind neigten, wirkten wie bewegte Zeichnungen. Das Wasser spiegelte kein Blau, sondern ein Spiel aus Silber und Dunkel – mal glatt wie Glas, mal durchzogen von feinen Strukturen.

Gerade die Stille der Rheinauen lässt Raum für diese Art von Bildern. Nichts lenkt ab, alles konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Licht und Natur. In Schwarz-Weiß wird jeder Ast, jede Welle, jede Reflexion zu einem Element einer größeren Komposition.

Für mich ist dieser Ort ideal, um die Ruhe der Landschaft mit der Klarheit der monochromen Fotografie zu verbinden – ein Stück Natur, das seine eigene Magie erst dann zeigt, wenn man bereit ist, sie ohne Farbe zu sehen.

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