Ausstellungen faszinieren mich immer wieder – sei es durch ihre Architektur, die gezeigten Motive oder die Biografie der Künstler. Sie eröffnen Räume des Denkens, in denen Bilder über sich hinausweisen. Besonders die Ausstellung von Sebastião Salgado im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln hat mich nachhaltig geprägt. Seine Fotografien des Amazonas, dieser sogenannten grünen Lunge unseres Planeten, zeigen nicht nur eine überwältigende Natur, sondern auch ein tiefes Engagement für ihren Schutz.
Salgados Arbeit macht sichtbar, was zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät: die fragile Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Diese Bilder haben meine eigenen Gedanken zur Fotografie geschärft. Mit der Kamera versuche ich, Räume neu zu gestalten und festzuhalten – nicht nur als ästhetische Komposition, sondern als Spiegel innerer Bilder und äußerer Verwerfungen, die unsere Zeit prägen.
Fotografie wird für mich so zu einem Mittel der Reflexion: über Verantwortung, über Verlust und über die Frage, wie wir als Gesellschaft mit der Natur umgehen. Die Umweltveränderungen, die wir heute erleben, sind nicht abstrakt – sie hinterlassen Spuren, die sich auch in meinem fotografischen Blick einschreiben.

